Über uns

Die Evangelische Berufsschularbeit und die Jugendbildungsstätte Haus Kreisau arbeiten seit mehr als fünf Jahrzehnten erfolgreich mit den beruflichen Schulen in Berlin zusammen. Pro Jahr kommen über 10.000 junge Menschen zu uns, um sich mit Fragen von Politik, Religion oder Lebensorientierung auseinanderzusetzen und ihre sozialen Kompetenzen zu erweitern.

Unser Bildungsangebot richtet sich an alle Jugendliche, ungeachtet ihrer religiösen oder weltanschaulichen Orientierung. Gemeinsam machen wir uns auf die Suche nach dem, was dem eigenen Leben, dem Beruf und der Welt Sinn und Inhalt gibt.

Haus Kreisau liegt gut erreichbar am Berliner Stadtrand. Vor allem an Wochenenden und während der Schulferien steht unser Haus gerne Gästen offen, die in idyllischer Lage am Havelufer lernen und gemeinsame Freizeitgestaltung verbinden wollen.

Ein Ort für

  • Bildungsseminare und Workshops
  • Internationale Jugendbegegnungen
  • Klassenfahrten
  • Konfirmandenfreizeiten und Jugendfahrten
  • Rüstzeiten und Familienfreizeiten
  • Chöre und Gemeindegruppen
  • Familienfeiern

Ein solides Seminarhaus mit bezahlbaren Preisen

  • 4 Seminarräume mit moderner Tagungstechnik
  • 60 Betten in Einzel- und Mehrbettzimmern
  • 3 Speiseräume, 2 Teeküchen
  • Clubräume
  • Tischtennis, Billiard und Kicker
  • Volleyball, Ruderboote

Team

Wir arbeiten in einem interdisziplinären Team aus Pädagog*innen, Theolog*innen und Sozialwissenschaftler*innen. Wir bilden uns in unterschiedlicher Weise kontinuierlich fort, z.B. als Mediator*in, Betzafta-Trainer*in oder Supervisor*in.

Den Oberstufenzentren und Beruflichen Schulen in Berlin stehen wir als Ansprechpartner*innen kontinuierlich zur Verfügung. Wer für Ihre Schule zuständig ist, erfahren Sie hier.

Die Mitarbeiter*innen in Hauswirtschaft und Verwaltung organisieren Ihre Seminare oder ihren Aufenthalt als Gäste bei uns, so dass Sie sich wohlfühlen. Wir wünschen Ihnen eine schöne Zeit und einen wunderbaren Aufenthalt bei uns!

Konzept

Teilnehmer*innen-Orientiert

Im Mittelpunkt unserer Bildungsarbeit stehen die jugendlichen Teilnehmer*innen mit ihren Erfahrungen, Fragen und Interessen. Übungen und kreative Methoden sind ein Schwerpunkt unserer Arbeit. Wir fördern selbstorganisiertes und selbstgesteuertes Lernen und organisieren das Zusammen-Leben auf Zeit als ein Erfahrungs- und Lernfeld.

Themen und Programme unserer Veranstaltungen entwickeln wir in enger Absprache mit den Teilnehmer*innen; religiöse, ethische und gesellschaftspolitische Aspekte beziehen wir intensiv ein. Ziel ist es, die Jugendlichen zu eigenständigem Denken und eigenverantwortlichem Handeln zu ermutigen und zu befähigen. Weil Lernen und Leben zusammen gehören, bieten wir neben dem thematischen Programm attraktive Möglichkeiten zu Sport, Spiel und Entspannung.

Evangelischer Religionsunterricht

Wir bieten Evangelischen Religionsunterricht an beruflichen Schulen an. Berufliche Bildung umfasst mehr als Fachwissen und berufspraktisches Können. Es geht auch darum, mit anderen darüber nachzudenken, was dem Leben Sinn geben kann und die Welt aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten und hinterfragen zu lernen.

Anders als in allgemeinbildenden Schulen findet Religionsunterricht bei uns in Projektform an einem oder mehreren Tagen statt. Eingeladen sind dazu alle Schüler*innen einer Klasse, unabhängig von ihrer religiösen oder weltanschaulichen Überzeugung. Der Rahmenlehrplan für den Evangelischen Religionsunterricht an beruflichen Schulen ist seit 2012 Grundlage unseres Angebotes.

Politische Bildung

Wir sind anerkannter Träger der politischen Bildung und von Bildungsurlaubsseminaren entsprechend dem Berliner Bildungsurlaubsgesetz. Haus Kreisau wird durch das Land Berlin gefördert und ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Berliner Jugendbildungsstätten im Landesjugendring Berlin. Unsere Seminare orientieren sich an den anerkannten Fachstandards, wie sie zum Beispiel im Münchener Manifest und den Nationalen Bildungsstandards für den Politikunterricht formuliert sind. Wir kooperieren dabei mit vielfältigen Partnern aus Jugendarbeit, Bildung und anderen gesellschaftspolitischen Akteuren.

Geschichte

Die Evangelische Berufsschularbeit wird 1957 von den beiden Pfarrern Harald Poelchau und Franz von Hammerstein gegründet. Sie wollen junge Arbeiter*innen ansprechen; eine Gruppe, die die Evangelische Kirche mit ihrer Verankerung im Bürgertum schon lange nicht mehr erreicht. So wird der Kontakt zu Berufsschulen, Betriebsräten und Gewerkschaften aufgebaut und gepflegt.

Poelchau, ein überlebendes Mitglied der Widerstandsgruppe „Kreisauer Kreis“, sucht nach einem dem Zusammenhang zwischen christlicher Botschaft, Lebens- und Berufsalltag sowie politischem Engagement. Gemeinsam arbeiteten Pädagog*innen und Theolog*innen zunächst im Gemeinschaftkunde-Unterricht der Berufsschulen mit. Freiwillige Arbeitsgemeinschaften an Berufsschulen, Freizeiten, Fahrten und Wochenendveranstaltungen im Haus der Industriejugend in Charlottenburg gehören zum Programm.
Als für die Evangelische Berufsschularbeit ein eigenes Tagungshaus errichtet wird, wählt man den Namen „Haus Kreisau“. Franz von Hammerstein, später Generalsekretär von Aktion Sühnezeichen – Friedensdienste, schreibt dazu: „Vor allem das gemeinsame Suchen, Denken und Handeln einer sehr verschiedenen Gruppe von Menschen (Kreisauer Kreis) soll durch diesen Namen unterstrichen werden. Die verschiedenen Bereiche menschlicher Verantwortung – sozial, politisch, christlich – fallen bei ihnen nicht auseinander, sondern bilden eine Einheit.“ Der Name soll Programm sein: im Widerstehens gegen Unrecht und Tyrannei, im Eintreten für Menschlichkeit und Toleranz und in der Orientierung auf ein vereinigtes und friedliches Europa.

Das neue Haus in Berlin-Kladow bietet mehr Raum für ein- und mehrtägige Seminaren und führt zu einer Intensivierung der Zusammenarbeit zu den Berliner Berufsschulen. 1982 wird Haus Kreisau zu einer vom Berliner Senat zur Durchführung von Bildungsurlaubsseminaren berechtigten Jugendbildungsstätte und damit zum anerkannten Träger politischer Bildung. Auf dieser doppelten Grundlage, Träger politischer Bildung und Anbieter von Evangelischem Religionsunterricht an beruflichen Schulen, steht seitdem das Angebot der Evangelischen Berufsschularbeit mit ihrer Jugendbildungsstätte Haus Kreisau.

In dieser Tradition arbeiten wir heute mit den bunten und vielfältigen Klassen aus Berufsschulen zusammen: Jugendliche mit ihrer unterschiedlichen Herkunft, mit verschiedenen Überzeugungen und Einstellungen, Religionen und politischen Positionen kommen hier zusammen. Gemeinsam suchen wir nach Formen verantwortlichen Handelns in Beruf und Alltag, fragen wir nach Perspektiven für ein gutes Leben und ermutigen dazu, Verantwortung für das eigene Leben und die Gestaltung der Demokratie zu übernehmen.

Kreisauer Kreis

„Für uns ist Europa nach dem Krieg weniger eine Frage von Grenzen und Soldaten, von komplizierten Organisationen oder großen Plänen. – Europa nach dem Krieg ist die Frage: Wie kann das Bild des Menschen in den Herzen unserer Mitbürger wieder hergestellt werden. – Ein Bild, wonach zu streben, wofür zu arbeiten, woran zu glauben, wofür neu zu beginnen sich für das enttäuschte Volk lohnt. Das ist eine Frage der Religion, der Erziehung, der Bindung an Arbeit und Familie, des richtigen Verhältnisses von Verantwortung und Rechten.“

„Kreisauer Kreis“, so wurde eine Gruppe von etwa 20 Frauen und Männern genannt, die sich in der Zeit des Nationalsozialismus zusammenfanden. Gemeinsam loteten sie Möglichkeiten oppositionellen Handelns aus und arbeiteten Pläne für einen demokratischen Neuanfang Deutschlands aus. Zum Kreisauer Kreis gehörten u.a. Helmuth James von Moltke, Adolf Reichwein, Julius Leber, Carl Mierendorff, Adam von Trott zu Solz und Margarete von Trotha. Acht von ihnen wurden von den Nazis hingerichtet.
Der Ort, nach dem der Kreisauer Kreis benannt wurde, liegt heute in Polen: Krzyzowa. Von den Ideen der Widerstandsgruppe um Helmuth James von Moltke inspiriert, luden engagierte Pol*innen im Aufbruch-Jahr 1989 Gleichgesinnte aus Ost & West ein, um dieses Kreisau/ Krzyzowa zu einem neuen internationalen Zentrum gemeinsamen Nachdenkens, Sich-Begegnens und Zusammen-Lebens zu machen.
Heute ist dies Realität: Im renovierten Gut der Moltkes lernen Junge und Ältere aus der Geschichte für die anstehenden gesellschaftlichen Veränderungen von heute; werden Menschen offen für Neues, werden Vorurteile abgebaut und Horizonte erweitert.

Organisation

Wir sind eine Einrichtung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und werden durch die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie gefördert.

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